Playlist mit Mixed Styles

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Reingehört - Lake People - Purposely Uncertain Field




Martin Enke alias Lake People hat sein erstes Album veröffentlicht. Zu kaufen gibt es das als Vinyl plus CD, Vinyl, CD und digital und ist auf Permanent Vacation erschienen. Elf Titel ist das Album lang, und sobald man den ersten Track hört, ist man auch direkt gefangen. In einer Mischung aus melodischem Techno, etwas Ambienthaftem und und vielen Strings. Das Album kommt ohne Intro daher, sondern geht direkt mit "Escape Velocity" los. Dieser Track verlangt gleich einiges vom Kopf ab, denn zum seicht nebenher berieseln lassen ist dieses Album nicht gedacht. Vielmehr erzählt es eine Geschichte. Die Tracks sind die Seiten des Drehbuchs.


Releasedatum
11.02.2015
 Lake People - Purposely Uncertain Field
 Katalognummer: PERMVAC136-1
 Label: Permanent Vacation
Shops:
Amazon (Digital) iTunes (Digital) deejay.de (Vinyl)

"Escape Velocity": Direkt gleich etwas treibend kommt dieser Track daher, und entpuppt sich im Laufe des Tracks zu einer Spielwiese verschiedener Strings und Sounds, die etwas, sagen wir, nervös ankommen. Nichtsdestotrotz gelingt es, die Ruhe zu bewahren und in eine leichte Apathie der Musik zu verfallen.

"Drifting Red" ist da schon deutlich entspannter. Am Anfang eine gebrochene Baseline, die sich aber schnell relativiert. Dazu passend der Einsatz sich zurückhaltender Strings, die ab und zu durch dezente Synthies erhellt werden. Das Kopfkino kann eingeschaltet werden. Fließend die Sounds, warm die Synthies, mit etwas Echo versetzt, um länger zu wirken. Passt gut.

Im dritten Track, "Entangled" legen wir eine kurze Verschnaufpause ein. Kurzes, jedoch intensives Intermezzo. Die Melodie klingt entfernt nach Akte X.

Bei "Lamb Shift" fällt zuerst das sonarähnliche Piepsen auf, welches sich durch den Track zieht. Der ist sehr auf Drums und Percussions ausgelegt, mit einer ausgeprägten Bassline, die doch etwas an Soul erinnert. Dazu gesellt sich dann ein gefilterter Synth, der immer offener wird. Einfach gehalten, geht er jedoch gut in den Kopf. Die Kicks diesmal konsequent außerhalb des 4/4 Taktes eingesetzt, fügen sich sehr gut in das Konzept des Tracks mit ein. Macht Spaß, und man ertappt sich dabei, mit dem Kopf deutlich mitzuwippen. Macht Laune.

"Cooping" fängt gleich mit einer dicken Baseline an. Der Track ist deutlich treibender als die anderen, das merkt man von Anfang an. Zuckende Hi Hats verstärken diesen Eindruck. Dazu gesellen sich ruhige Strings, die dem Ganzen das Nervöse nehmen. Schön ist hier besonders, wie sich der Track aufbaut. Definitiv sehr weit vorne mit dabei.

Mit "Orb" legen wir wieder eine Pause ein. Ruhig und beruhigender als "Entangled". Sehr fein, wie die Moogsounds arbeiten. Sehr dezent und doch deutlich wahrnehmbar.

Weiter gehts auf Vinyl Nummer 2. Wir wundern uns, am Anfang direkt 303er-Gefräse, welches später durch eine sehr offensive Baseline unterstützt wird. Das klingt deutlich mehr nach Techno, ohne den vorher eingeschlagenen Pfad zu verlassen. Treibt gut an, ohne in Hektik zu verfallen. Dunkel ist er, der "Illuminated". Wen wundert da der Name....

"Blackpoint" gibt etwas weniger Gas, leichte Anleihen zum Dub sind hier bei den Chords erkennbar.Wieder ein Track zum mitwippen. Drums und Percussions im Vordergrund, Chords und Strings sehr nebelhaft im Einsatz. Gefällt sehr.

Dritter Break, "Bora", und so wie der Wind, kommt auch der Track daher: wehend, luftig. Sehr leicht. Man schwebt, um durch eine Böe manchmal mitgewirbelt zu werden, wenn die Moog zum Einsatz kommt.

"Glease 29" kommt dem Ambient wieder sehr nahe, ohne sich jedoch der Hauptelemente dessen zu bedienen. Dazu ist die Baseline zu sehr vorhanden. Dennoch ist der Track insgesamt sehr weich, auch wenn manche Sounds doch recht knapp und deutlich sind, ohne sie durch einen Reverb etwas zu verlängern und damit weicher zu zeichnen. Der Synthesizer untermalt das ganze dann noch, sodass man den Track styletechnisch nicht so wirklich einordnen kann. Jedoch ist das auch das interessante in diesen Bereichen, dass man sich nicht bindet an gewisse Stylevorgaben, sondern einfach macht.

Im letzten Track, "Distance", bekommen wir soundtechnisch einen Einblick in die Weiten des Sounds und der Möglichkeiten. Ob Synthies, die nach Jean Michel Jarre klingen, Frequenzrauschen, welches bei der Erforschung des Weltalls zum Einsatz kommt, wenn man das hörbar macht, oder einen Subbass, der ab der Hälfte deutlich, aber nicht vordergründig das Heft in die Hand nimmt....man möchte, dass der Track gar nicht mehr aufhört. Zu sehr verschwimmt die Realität im Kosmos der Musik...

Definitiv ein mehr als gelungenes Album, das Laune macht. Bekannt ist Lake People ja schon länger, zahlreiche Remixes, die er angefertigt hat, jedoch ist das Album nicht so melodisch, wie man es von seinen Einzelreleases gewohnt ist. In diesem Album zeigt er seine Erweiterung, könnte man fast sagen, und man darf gespannt sein, wie die nächsten Remixes klingen.

Was wir uns noch wünschen, wäre eine Colaboration mit Petar Dundov. Die würde den Vogel abschießen (Man wird ja nochmal träumen dürfen ;))




Am 28.02.2015 um 19:00 Uhr von derFlo


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