Playlist mit Mixed Styles

Rampue - Schleiermacherstrasse
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Überdosis - Die Qual der Wahl





Jaaaa, es ist Sommer. Und wir wissen alle, was das heißt: Festival hier, Festival da, Wochenende mit Camping dort, und so weiter und so fort.
Was mich jedoch mehr umtreibt, ist der Gedanke, wohin man am Wochenende gehen soll. Unabhängig von den Festivals, die in den letzten Jahren aus dem Boden gestampft wurden und inzwischen auch international recht deutlich bei uns wahrnehmbar sind, geht ab Herbst die Frage dann für die Clubs los. Wohin, wer, wann und wie oft? Ich könnte jetzt natürlich wieder von der Vergangenheit schwadronieren, aber lassen wir die Frage mal stehen und fragen uns aktuell, wieso an jedem Wochenende jeder Club irgendwelche Größen bieten muss. Und, noch weiter gefragt, wieso gibt es eigentlich so viele Clubs?

Hört man sich in der Clubszene um, hört man oft die Betreiber, die monieren, dass der Laden nicht voll wird, obwohl Hochkaräter am Start sind. Schaut man sich im Umfeld des Ladens um, stellt man fest, dass im Umkreis von einem gefühlten Kilometer noch mehrere Clubs gibt, die dasselbe Genre bedienen und dieselbe Zielgruppe ansprechen. Ich frage mich hierbei, warum es so viele Clubs gibt, die auf das gleiche Klientel ausgerichtet sind und warum die sich nicht mehr untereinander absprechen. Mal in Kooperation etwas größeres machen, aber auch vielleicht mehr Abwechslung innerhalb eines Stils bringen, was die Situation möglicherweise etwas entzerren könnte.

Aus Partygängersicht frage ich mich auch, wieso man jedes Wochenende in einen Club muss, um sich mindestens musikalisch abzuschießen. Klar, man will die Alltagssorgen hinter sich lassen, dafür wurde das ja schließlich gemacht. Aber auch in den Anfängen war man nicht jedes Wochenende in einem Club unterwegs.

Steckt etwas dahinter - und wenn ja - was? Wieso muss man sich dermaßen Reizüberflutungen hingeben, um irgendwann zu merken, ich muss die Dosis erhöhen, um die Wirkung noch zu erzielen. Ist Techno in einem Suchtkreislauf angelangt, bei dem immer mehr sein muss, um ein Level zu erhalten, welches man früher bei einem Besuch schon hatte, oder hofft man, dass, je öfter man geht, desto höher die Wahrscheinlichkeit ist, mal eine anständige Dosis zu erhalten, auf deren Suche man sich als Konsument befindet?

Wäre es nicht besser, die Dosis herunterzufahren und das Ganze wieder bewusster zu sich zu nehmen, um mehr mitzunehmen? Dafür auch die Qualität der Droge Musik zu erhöhen, um die Wirkung zu erhöhen?

Fragen über Fragen. Ich kann sie nicht beantworten. Aber vielleicht regt das ja vielleicht den ein oder anderen an, sich hierüber Gedanken zu machen. Die könnt ihr gerne in den Kommentaren loswerden: wie denkt ihr darüber? Oder habt ihr euch darüber überhaupt schon einmal Gedanken gemacht?



Am 30.06.2015 um 21:30 Uhr von Ralf Volker


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  #1   albertus 04.07.2015 09:50   
Solche Gedanken hatte ich in den letzten Monaten auch - zur "Droge" Musik, aber unabhängig von Clubs. Früher hörte ich zu Hause fast immer Musik, und wie sehr ich dadurch abgestumpft war, merkte ich erst, als ich das radikal änderte. Seither kann ich Musik, wenn ich sie denn konsumiere, viel besser genießen - und habe ansonsten mehr Zeit für Gedanken, die teilweise von der Musik (manchmal ja auch gewollt) unterdrückt werden. Und während des Musikkonsums sind die Assoziationen und mit ihr verbundenen Gefühle ebenfalls intensiver geworden. Bewusster Konsum statt Überdosis - sehr zu empfehlen.




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