Am 17. Februar 2012 trat
Christian Wulff, nachdem einen Tag zuvor die Staatsanwaltschaft Hannover beim
Immunitätsausschuss des Bundestags wegen des Verdachts der Vorteilsnahme einen Antrag auf
Aufhebung der
Immunität stellte, mit sofortiger Wirkung vom Amt des Bundespräsidenten
zurück. Alles deutete auf eine
lange und
beschwerliche Suche nach

einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin hin. Doch es geschah anders,
Joachim Gauck, ehemaliger Leiter der Stasi-Unterlangenbehörde, welcher 2010 ebenfalls Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten war, sollte es dieses Mal werden.
Bundeskanzlerin
Angela Merkel hat sich die Präsidentensuche etwas anders vorgestellt, aber auch ihren Vizekanzler Philipp Rösler
unterschätzt. Denn dieser wurde am Sonntagabend sogar ein wenig
übermütig und leistete sich einen Fauxpas (Fehltritt) gegenüber dem zukünftigen Bundespräsidenten. „
Na, wie haben Sie denn Ihr Haus finanziert?“, fragte Rösler zur Begrüßung den gerade im Kanzleramt angekommenen
Joachim Gauck. Dieser habe auf diesen doch sehr makaberen Spruch
peinlich berührt gewirkt, sagten mehrere Teilnehmer der Sitzung.
So etwas haben ihm nicht einmal die sechs
Oppositionspolitiker Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier, Cem Özdemir, Claudia Roth, Jürgen Trittin und Renate Künast, weder noch Kanzlerin Merkel zugetraut. Diese kleine
unangebrachte Frage zur Begrüßung Gaucks war an diesem Sonntagabend allerdings die einzige Fehlleistung des jungen FDP-Vorsitzenden Rösler.